Geschichte der Physik in Graz
Johannes Kepler unterrichtete an der protestantischen Stiftsschule (1594-1600) und schrieb hier sein erstes Buch (Mysterium Cosmographicum).
Die Universität wurde 1585 als katholische Institution gegründet und1760 in eine staatliche Universität umgewandelt. Physik und Mathematik wurde immer unterrichtet. U. a. leisteten P. Guldin S. J. (Prof. 1636-43) und L. Biwald (Prof. 1762-1805) Beiträge zur Wissenschaft ihrer Zeit.
Nach 1860 kam es v. a. durch die Berufung junger Professoren zu einer raschen Entwicklung. E. Mach (Prof. 1864-67) begann hier seine Karriere. Die bestehende ordentliche Lehrkanzel für Physik wurde 1866 durch eine ao. Professur ergänzt. 1869 wurde sie in eine o. Professur für mathematische Physik umgewandelt, die mit L. Boltzmann (1869-73) und H. Streintz (1874-92) besetzt war. Boltzmann wirkte von 1876-90 als o.Prof. für Physik und hat die statistische Theorie der Wärme fast ausschließlich in Graz entwickelt.
1893 war ein Institut für theoretische Physik entstanden, das von A.Wassmuth (1893-1915), M. Radakovic (1915-27), dem Nobelpreisträger E.Schrödinger (1936-38), W. Wessel (1938-45) und P. Urban (1947-75) geleitet wurde. In der letzten Periode erfolgte der Ausbau zum aktuellen Zustand.
Der Experimentalphysiker V. F. Heß promovierte hier 1906 und wirkte von 1920-31 und 1937-38 als Professor; 1936 erhielt er den Nobelpreis. Der Geophysiker A.Wegener (Prof. 1924-30) entwickelte hier grundlegendeVorstellungen zur Plattentektonik.
Hier findet man Fotos der genannten Physiker.
